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22.11.2016

Thema Demenz aus der Tabu-Ecke geholt


DemenzNetz Sendenhorst zog positive Bilanz der Pilotphase / Homepage und neue Pläne

Foto Mitglieder des DemenzNetzes

Das Thema Demenz ist in der Wahrnehmung der Gesellschaft angekommen. Für Sendenhorst und Albersloh trägt daran auch das „DemenzNetz Sendenhorst Albersloh“ und seine Mitgliedsvereine und -institutionen maßgeblichen Anteil. Mit einer Vielzahl von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen machten sie auf das Thema aufmerksam, um die Erkrankung zu enttabuisieren und zu einem selbstverständlichen Umgang mit betroffenen Menschen zu ermutigen. Die vom Bundesfamilienministerium unterstützte Pilotphase in Kooperation mit der „Heinrich und Rita Laumann-Stiftung“ endete jetzt.

„Wir möchten für das Thema Demenz sensibilisieren und verfolgen die Vision einer demenzfreundlichen Stadt“, nannte Angelika Reimers als langfristiges Ziel. Reimers ist im Seniorenbüro zentrale Ansprechpartnerin des DemenzNetzes und gab am 21. November 2016 im Kommunalforum einen Rückblick auf die Veranstaltungen 2016. Die vielfältigen Veranstaltungsformate ermöglichten den unterschiedlichen Zielgruppen ganz verschiedene Zugänge zum Thema Demenz. So gab es eine Schulung für Ehrenamtliche, einen Vortrag zum „Leben mit dem Vergessen“, eine Präsentation im Rahmen des großen DRK-Frühlingsfestes, und der Verein „Beweggründe“ lud Menschen mit Demenz zum Picknick auf der Terrasse des Reha-Zentrums ein – Zusammenarbeit der Mitglieder auf dem kleinen Dienstweg. Besondere Resonanz erzeugten die Veranstaltungen rund um den Weltalzheimertag am 20. September.

Das Theaterstück „Dachstube“ beschäftigte sich auf eindrückliche Weise mit dem Nachlassen der geistigen Fähigkeiten, während das Benefizkonzert mit dem Quartett TetraPack ausdrück­lich Menschen mit und ohne Demenz zu einem gemeinsamen Musikgenuss einlud. Gemeinsam statt einsam und raus aus der Isolation, das ist ein großes Anliegen des DemenzNetzes und zugleich die größte Hürde. Denn: Niemand will zur Zielgruppe gehören; selbst Angehörige tun sich oft mit der Diagnose Demenz schwer. Neben Veröffentlichungen in örtlichen Medien ist das DemenzNetz auch mit einer eigenen Homepage präsent: www.demenznetz-sendenhorst.de. Dort gibt es zentral gebündelt alle Informationen zu den Zielen des Netzwerks, zu Aktivitäten sowie ein Verzeichnis der Vereine, Verbände und Institutionen, die das Netzwerk tragen. Interessierte finden auf der Seite umfassende Informationen zu demenziellen Erkrankungen, Umgang mit der Diagnose und weiterführende Hilfen.

Pfarrerin Ute Böning hob die ausgewogene Mischung von Zahl und Art der Veranstaltungen hervor, die „das Thema gut und öffentlichkeitswirksam ins Bewusstsein gerufen haben“. Dass das DemenzNetz mit der Seniorenberatung eine zentrale Anlaufstelle hat, wurde ebenfalls positiv hervorgehoben. „Es ist gut, dass das Thema Demenz eine Plattform hat und ins Bewusstsein der Bürger kommt. Eine Stadt muss Antworten dafür finden, wie man mit demenzkranken Menschen umgeht, die sich nicht so sicher durch die Stadt bewegen“, so Elisabeth Uhländer-Masiak, St. Elisabeth-Stift.

Für 2017 wurden bereits neue Ideen für Veranstaltungen gesammelt, die im Januar konkretisiert werden. Neben Bewährtem wird es auch neue Formate geben, wie zum Beispiel eine Lesung, einen ökumenischen Gottesdienst, vielleicht auch ein Tanz- und Bewegungsangebot.

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